Gutachter

Die Bezeichnung "Sachverständiger" oder auch "Gutachter" ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Jeder darf sich "Sachverständiger" nennen, sofern er nicht gegen die Regeln gegen den unlauteren Wettbewerb verstößt, indem er die Bezeichnung zum Beispiel irreführend verwendet. Dies ist dann anzunehmen, wenn eine entsprechende Fachausbildung, sowie eine mehrjährige fachbezogene Berufspraxis nicht nachgewiesen werden können.

Bei Vorliegen entsprechender Qualifikationen (einschlägiges Studium oder einschlägige Handwerksausbildung, in der Regel mit Meisterberechtigung) ist eine Weiterbildung zum Sachverständigen im Rahmen von qualifizierenden Seminaren oder Fernstudien möglich. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer solchen Ausbildung erhält der Sachverständige als Nachweis ein Diplom.
In Deutschland gibt es mehrere Institutionen, die sich mit der Ausbildung zum Sachverständigen befassen und nach erfolgreicher Qualifizierung den Sachverständigen als Mitglied in diese Institution aufnehmen.

Der Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e.V. (BDSF) ist einer der größten und ältesten Sachverständigenverbände in Deutschland. Der Verein ist im Vereinsregister eingetragen und führt ein Verzeichnis aller Sachverständigen und Fachexperten, das sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, Gerichten und Behörden zugänglich ist und diesen die Suche eines qualifizierten Sachverständigen ermöglicht.

Die Mitglieder des BDSF werden alle auf ihre Qualifikation und Berufserfahrung überprüft. Gemäß den Verbandsrichtlinien können nur Personen aufgenommen werden, die über eine fundierte und fachspezifische Ausbildung verfügen und ein entsprechendes Maß an Berufserfahrung besitzen und sie müssen durch ein Führungszeugnis belegen, dass sie nicht wegen krimineller Handlungen vorbestraft sind.


Sachverständige und Fachgutachter

Sachverständige und Fachgutachter haben eine gleichwertige Bedeutung und Qualifikation. Fachgutachter sind jedoch vermehrt in wissenschaftlichen Bereichen oder in der Forschung tätig, während Sachverständige vorwiegend aus handwerklichen, technischen und wirtschaftlichen Bereichen kommen.

Sachverständige und Gutachter können von Privatleuten, Behörden, Gerichten, Versicherungen oder Unternehmen beauftragt werden, zu einem bestimmten Thema oder Themenkreis einen Bericht oder eine gutachterliche Stellungnahme anzufertigen. Dabei ist der Sachverständige oder Gutachter verpflichtet, seine Tätigkeit nach bestem Wissen und Gewissen auszuüben und Gutachten und Beratungen nur dann vorzunehmen, wenn er mit der Materie vertraut ist.

Die Vergütung erfolgt nach dem Gesetz über die Vergütung von Sachverständigen, Dolmetscherinnen, Dolmetschern, Übersetzerinnen und Übersetzern sowie die Entschädigung von ehrenamtlichen Richterinnen, ehrenamtlichen Richtern, Zeuginnen, Zeugen und Dritten (Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz - JVEG).